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Symposion Deutschdidaktik

DateSunday, 7th September 2014, 00:00 - 01:00
LocationKollegiengebäude, Universität Basel
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veranstalter: Andrea Bertschi Kaufmann, Annelies Häcki Buhofer
ansprechpartner: Annelies Häcki Buhofer
email: annelies.häcki-buhofer@unibas.ch
web: http://www.fhnw.ch/ph/zl/sdd2014
institution: HPSL
language: Englisch
location institution: Basel
date_raw: 7.-11. Sept. 2014
date_sort: 07.09.2014, 00:00:00
date_parsed: 11.09.2007, 20:14:00

Das 20. Symposion Deutschdidaktik wird vom Zentrum Lesen der
Pädagogischen Hochschule FHNW in Kooperation mit der Universität Basel
durchgeführt. Wir freuen uns sehr, dass das SDD vom 7. bis 11. September
2014 an der Universität Basel (Kollegiengebäude) zu Gast sein wird.

 

Tagungsthema

Normen – Erwartungsmuster zwischen Orientierung und Begrenzung

Am
Symposion 2014 sollen normative Aspekte der Deutschdidaktik bzw. des
Deutschunterrichts fokussiert werden. Dabei ist mitzubedenken, dass
Normen einerseits Orientierung bieten und dadurch oft hilfreich sind,
andererseits als Begrenzungen und Einschränkungen und zum Teil als
störend erfahren werden können. Normen zeigen sich explizit und
implizit, sie äussern sich schulisch in der Form von Regeln,
Konventionen, Mustern, Standards und Ähnlichem. Sie unterliegen einem
historisch-kulturellen Wandel, dessen Dynamik immer wieder dazu führt,
dass Normenwandel als Relativierung oder gar Auflösung von
Normorientierung wahrgenommen und beklagt wird. Für Lehrende und
Lernende bieten Normen also Orientierung, sie schränken aber den
Einzelnen zum Teil auch ein. Sie inkludieren oder exkludieren Lernende
aus bestimmten Lerngruppen und führen zu unterschiedlichen Lernchancen.

Die
Deutschdidaktik ist eine nicht nur deskriptive, sondern eine ihrem
Wesen nach auch normative Disziplin. Dabei verhält sie sich nicht nur zu
Normen, die an sie herangetragen werden, sondern sie ist selbst
normsetzende Instanz: Die Gesellschaft erwartet vom Deutschunterricht
eine sprachliche und literarische Bildung, die Deutschdidaktik selbst
legitimiert und modifiziert sprachliche und literarische Traditionen der
Gesellschaft. Sie orientiert sich dabei einerseits an den
gesellschaftlichen Normen bzw. Erwartungen, andererseits an der
Unterrichts- und Lernwirklichkeit. So sind etwa Lernprozesse immer auch
auf Zielnormen gerichtet, die aber meist nur schrittweise erreicht
werden. Im Annäherungsprozess des Lernens an diese Zielnormen sind
transitorische Normen, das heisst Normen, die für bestimmte
entwicklungs- und lernpsychologische Phasen vorübergehend Orientierung
bieten, ein wichtiges didaktisches Konzept: Transitorische Normen bieten
Lehrenden die Möglichkeit, erwartbare und abweichende Lernverläufe zu
beobachten, und bieten für Lernende einen ihrer Entwicklung angemessenen
Massstab.

Normen dienen also im Lehr-Lernprozess einer
mehrfachen Orientierung. Daraus ergeben sich auch curriculare Fragen,
wie sich Lernen als Übergang zu neuen Orientierungen beschreiben lässt,
begleitet von einer sich entfaltenden Normenbewusstheit für Lehrende und
Lernende als einem Zielpunkt schulischen bzw. sprachlichen und
literarischen Lernens.

Ein sich entfaltendes Normenbewusstsein
muss die Deutschdidaktik auch als forschende Disziplin entwickeln: Sie
steht in Beziehung zu verschiedenen Disziplinen (Sprach- und
Literaturwissenschaft, Pädagogik, Psychologie, Soziologie…) und sie ist
damit auch mit den jeweiligen, zum Teil unterschiedlichen
Forschungsstandards und -traditionen konfrontiert, die sie aus ihrer
Perspektive und ihren Bedürfnissen entsprechend reflektieren und
mitgestalten sollte. Ausserdem soll die Deutschdidaktik auch
Normveränderungen reflektieren, die sich aus veränderten
gesellschaftlichen Bedingungen wie Wandel der Mediennutzung sowie aus
dem Sprach- und Kulturwandel ergeben.

Das Symposion
Deutschdidaktik 2014 in Basel nimmt sich vor, Normen in ihrer ganzen
Bandbreite und unter den verschiedenen Blickwinkeln systematisch in den
Themen der verschiedenen Sektionen zu durchdenken. Dabei sind
Erwartungshorizonte an die Deutschdidaktik und solche, die sie selbst
gegenüber Lehrkräften und Schülern bzw. Schülerinnen definiert, in
kritischer Absicht zu formulieren, zu diskutieren und zu reflektieren.

 

Programm Symposion Deutschdidaktik 2014

Sonntag, 7.9.

 

12.00–15.30

Workshop zur Beratung des wissenschaftlichen Nachwuchses

 

14.00–16.00

Treffen des Nachwuchsnetzwerks

 

14.00–16.00

Stadtführung

 

15.00

Öffnung Tagungsbüro

 

17.15–18.00

Tagungsauftakt: Begrüssung & Eröffnung

 

18.00–18.40

Preisverleihung: Förderpreis Deutschdidaktik

 

18.45–19.30

Prof. Dr. Annelies Häcki-Buhofer
«Unachtsam» und «rigoros unsicher» – zwei Facetten der Wertung beim Spracherwerb in der diglossischen Norm

 

ab 19.45

Empfang des Regierungsrats Kanton Basel-Stadt
Einladung zum Apéro

 

 

Montag, 8.9.

 

9.00–10.00

Prof. Dr. Helmuth Feilke
Können Normen Sprache bilden? – Argumente zu einem didaktischen Normbegriff

 

10.15–12.15

Sektionsarbeit

 

12.15–13.45

Mittagspause

 

14.00–16.00

Sektionsarbeit

 

16.15–18.00

Postersektion

 

18.30–20.30

Preisverleihung: Erhard-Friedrich-Preis

 

ab 20.30

Apéro

 

 

Dienstag, 9.9.

 

9.00–10.00

Prof. Dr. Peter Brenner
Literatur im Zeitalter ihrer Verzichtbarkeit

 

10.15–12.15

Sektionsarbeit

 

12.15–13.45

Mittagspause

 

14.00–16.00

Sektionsarbeit

 

16.15–17.15

Podium

 

18.00–20.15

Mitgliederversammlung

 

ab 20.30

Abendessen

 

 

Mittwoch, 10.9.

9.00–10.00

Prof. Dr. Thomas Zabka
Was ist «Hochschulreife» im Umgang mit Literatur? – Ein Normengewichtungsversuch

10.15–12.15

Sektionsarbeit

12.12–13.45

Mittagspause

14.00–16.00

Sektionsarbeit

14.30–16.00

Workshops – Schiene 1

16.15–17.15

Workshops – Schiene 2

17.30–18.00

Kulturelles und Kulinarisches zum Schluss

ab 18.15

Individueller Ausklang

 

Donnerstag, 11.9.

9.00–14.00

Ausflüge

Detailliertes Programm: siehe Homepage oben