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Sprache und Raum – Linguistic Perspectives on Space (Ringvorlesung in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Kulturelle Topographien Basel)

DateThursday, 24th September 2015
LocationNadelberg 6, (Engl. Seminar) Grosser Hörsaal Basel Switzerland

veranstalter: Heike Behrens, Andreas Jucker, Christian Schwarz, Peter Auer, Angela Ferrari, Jürgen Mischke, Anna-Maria de Cesare, Lorenz Hofer, Miriam Locher, Lorenza Mondada, Adele Goldberg, Inga Siegfried, Annelies Häcki Buhofer, Beatrice Schmid, Lars Konieczny
ansprechpartner: Heike Behrens
email: heike.behrens@unibas.ch
web: https://vorlesungsverzeichnis.unibas.ch/de/home?id=201989
institution: HPSL
language: Englisch
location institution: Basel
date_raw: Donnerstag 12-14 Uhr, Start: 24.9.2015 (Ende: 3.12.2015)
date_sort: 24.09.2015, 00:00:00

Diese Ringvorlesung stellt das Spektrum sprachwissenschaftlicher und
psycholinguistischer Zugänge zum Thema ‚Raum’ vor. Es lassen sich zwei
Perspektiven unterscheiden:

a) Sprache im Raum: Wie
verteilt und verhält sich Sprache im physischen und sozialen Raum? Welche
Sprachgeographischen Zugänge gibt es? Wie setzen Sprecher und
Sprachgemeinschaften sprachliche Grenzen?

b) Raum in der Sprache: Wie
enkodiert Sprache reale und virtuelle räumliche Relationen in unterschiedlichen
Sprachsystemen und in der aktuellen, multimodalen Kommunikation?

Die Frage nach Sprache im Raum wird von Beatrice Schmid aufgegriffen. Sie diskutiert die Komplexität des
Begriffs der Sprachgrenze anhand der Sprachlandschaft der iberischen Halbinsel.
Ebenso verbinden Lorenz Hofer, Jürgen
Mischke, Inga Siegfried und Annelies Häcki Buhofer
Stadtsprache und toponymische
Eigenschaften des urbanen Raumes Basels. Christian
Schwarz
vergleicht die Entwicklung des Alemannischen in Deutschland und der
Schweiz. Und Peter Auer gibt einen
generellen Überblick über Raumkonzepte in der geolinguistischen Forschung und
hinterfragt deren Aktualität.

Raum in
der Sprache
steht u.a. im Vortrag von Heike
Behrens
im Vordergrund. Sie zeigt, wie Kinder sich die Konzeptualisierung
von Raum im Spracherwerb erschliessen. Adele
Goldberg
wiederum erörtert den Stellenwert konventioneller Raummetaphern in
unserer Alltagssprache. Lars Konieczny diskutiert aus
kognitionswissenschaftlicher Sicht, wie Sprecher Perspektiven einnehmen und
deiktische Ausdrücke interpretieren. 

Die beiden Perspektiven sind aber auch eng miteinander verflochten, da
Räume auch durch die oder in der Sprache gestaltet werden, wie z.B. Lorenza Mondada in ihrem Überblick über
die Forschung zu sozialen Interaktionsräumen zeigt. Miriam Locher und Andras Jucker zeigen, wie virtueller Raum auf der
Internet-Plattform Second Life ausgehandelt
wird. Angela Ferrari und Anna-Maria de
Cesare
untersuchen schliesslich die Interpunktion als Strukturelement in
der semantisch-pragmatischen Architektur des Textraumes.

Die Ringvorlesung wird von der
Hermann Paul School of Linguistics (HPSL
Basel-Freiburg
) und dem Kompetenzzentrum
Kulturelle Topographien
der Universität Basel gemeinsam organisiert.

 

SYLLABUS:

24.9. Heike Behrens (Basel)

Einführung: Raum in der Sprache – Sprache im Raum – Sprache als Raum

 

1.10. Lorenza Mondada (Basel)

Space in interaction: referring to space and positioning within space

This lecture shows how space within social interaction has been studied within two
perspectives: A) through the analysis of space reference; B) through the study of the position
within space of not only speakers but also their interlocutors when they talk, shaping
an interactional space drawn by the arrangement of their bodies while they interact.

 

8.10. Heike Behrens (Basel)

Raumrelationen im Erst- und Zweitspracherwerb

Das Lernen über Raum zu sprechen folgt universalen kognitiven Beschränkungen
(topologische Präpositionen (auf, in) werden vor relationalen (zwischen) erworben), aber vor
allem sprachspezifischen Mustern. Studien im Rahmen der linguistischen Relativitäts-
hypothese zeigen, dass ‚Raum’ sehr unterschiedlich versprachlicht wird und bereits
Zweijährige dies aufgreifen, so dass Raumkonzepte wesentlich durch die Sprache geprägt
werden.

 

15.10. Beatrice Schmid (Basel)

Gestalt, Konstruktion und Bezeichnung von sprachlichen Grenzen am Beispiel der
Iberischen Halbinsel

Anhand der Gliederung der iberischen Sprachlandschaft soll der Komplexität des
Sprachgrenzbegriffs aus verschiedenen Blickwinkeln nachgegangen werden: Wie
konstruieren etwa Dialektologen oder Politiker sprachliche Grenzen? Wie werden solche von
Sprechern und Sprachgemeinschaften wahrgenommen und mit welchen Metaphern werden
die verschiedenen Formen von Grenzen, Randgebieten und Kontaktzonen bezeichnet?

 

22.10. Adele Goldberg (Princeton)

The language and psychology of conventional metaphors of space and taste

Failures, repeated failures, are finger posts on the road to achievement. One fails forward
toward success. –CS Lewis.

We often talk about reaching goals as if we were physically moving through space in order to
get closer and closer to our destination. Both natural language and neuro-linguistic
experimental evidence will be used to address the question of why we use conventional
metaphors so very often.

 

29.10. Lorenz Hofer, Jürgen Mischke, Inga Siegfried, Annelies Häcki Buhofer (Basel)

Stadtsprache und städtische Toponymie der Stadt Basel in Geschichte und Gegenwart

In der Soziolinguistik und Dialektologie ist die Stadt als besonderer Sprachraum beschrieben
worden. Die Stadtsprache von Baselbildet den Kontext der Beschäftigung mit den toponymischen Eigenschaften des urbanen Raumes Basels, über die bisher noch wenig
bekannt ist.

 

5.11. Christian Schwarz (Münster / Freiburg / Basel)

Alemannisch kontrastiv. Dialektentwicklungen in Deutschland und der Schweiz im
Vergleich

Das Alemannische zeichnet sich durch seine Internationalität aus. So erstreckt es sich über
fünf Staaten, ist aber jeweils ganz unterschiedlichen Kräften und Wandelprozessen ausgesetzt.
In dieser Vorlesung sollen besonders die Entwicklungen in der Schweiz und in Deutschland
gegenübergestellt und verglichen werden.

 

12.11. Peter Auer (Freiburg)

Space and Place: Aspekte und Möglichkeiten sprachgeografischer Forschung

In einem Überblick über Raumkonzepte in der geolinguistischen Forschung werde die
Ergebnisse Freiburger Projekte fokussiert. Deren theoretische Neuerung ist der Übergang von
Räumen als physikalische “Behälter” (“space”) zu Raum als erlebte Kategorie der menschl.
Erfahrung (“espace vécu”) bzw. als konstruierte Objekte emotionaler Bezugnahme (“place”).
Dadurch werden Grundannahmen der traditionellen Dialektgeographie und Ansätze zur
Abbildung von Nationalsprachen auf nationale Räume in Frage gestellt.

 

19.11. Lars Konieczny (Freiburg)

Embodied language comprehension

The embodied cognition paradigm claims that language comprehension is grounded in
perceptual representations and motor-action simulations. I will explore that view by revisiting
some of the recent findings. In our own work on the simulation theory, we focus on
perspective taking, as well as on anaphora resolution via deixis.

 

26.11. Miriam Locher (Basel) & Andreas Jucker (Zürich)

Negotiation of space in Second Life newbie interaction

In this case study, we report on how users new to the virtual world Second Life negotiate
virtual space and how they are in the process of developing a sense of spatial literacy and of
‘reading’ game space. We show that they frequently rely on analogies between virtual and
physical life and draw on established deictic practices for spatial orientation in virtual life. We
also highlight the fuzzy boundaries between virtual and physical space.

 

3.12. Angela Ferrari und Anna-Maria de Cesare (Basel)

Die italienische Interpunktion und Syntax im Raum des Textes

Die Thematisierung einiger interpunktiver und morphosyntaktischer Strukturen, ausgehend
vom geschriebenen Italienisch, zeigt, wie sich deren tiefes Verständnis nicht im Inneren des
Systems langue (vs parole) lösen lässt, sondern durch den Bezug zur semantisch-
pragmatischen Architektur des Textes. Es sind v.a. die Textsegmentation in ihren konstitu-
tiven Einheiten, ihre Hierarchisierung sowie ihre thematischen, logisch-argumentativen und
polyphonischen Verbindungen im Spiel.

 

10.12. Heike Behrens (Basel)

Klausur