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Die Fata Morgana der normativen Grammatiken. Die wahre Realität der italienischen Subordination zwischen Mündlichem, Schriftlichem und Computer Mediated Communication (Ringvorlesung Sprache und Kommunikation)

Lecturer(s)Angela Ferrari, Benedetta Rosi (Basel; Italianistik)
Contact personHeike Behrens
Emailheike.behrens@unibas.ch
DateTuesday, 2nd April 2019
Webhttps://www.hpsl-linguistics.org/1440
LocationKollegienhaus, Hörsaal 118, Petersplatz 1 Basel Switzerland

Die Fata Morgana der normativen Grammatiken. Die wahre Realität der italienischen Subordination zwischen Mündlichem, Schriftlichem und Computer Mediated Communication

Einführung:

Wenn wir eine normative Grammatik konsultieren, sind wir überzeugt, dass wir darin die Realität der Sprache finden können; und wir vertrauen den enthaltenen Informationen, um unsere eigene Muttersprache zu korrigieren oder eine fremde Sprache zu lernen und zu perfektionieren. Doch weit gefehlt! In den meisten Fällen finden wir in den Grammatiken ein Sprachmodell, welches wenig mit der Alltagssprache zu tun hat. In unserem Vortrag versuchen wir diese Tatsache zu illustrieren, indem wir die Nebensätze der italienischen Sprache behandeln. Die Analyse kann aber auch für jede andere Sprache gelten.

Vertiefung: 

Der Vortrag wird in drei Teile gegliedert sein. Zuerst werden wir – aus theoretischer Sicht – definieren, welche Phänomene für unsere Reflexion relevant sind: Die Wahl der unterordnenden Konjunktion; die Stellung des Nebensatzes und des Hauptsatzes; das Interpunktionszeichen, das den Nebensatz einleitet. Danach werden wir zeigen, was die normativen Grammatiken über diese Eigenschaften aussagen. Schliesslich werden wir dank einer korpusbasiertenUntersuchung – die sich der reellen Sprache widmet und in welcher die Frequenzen der Formen berechnet werden – Daten liefern, die aufzeigen, wie die betrachteten Eigenschaften im Schriftlichen, Mündlichen und in der Computer Mediated Communicationvorkommen.

Wir werden sehen, dass die Distanz zwischen der in den Grammatiken beschriebenen Sprache und der in der realen Kommunikation verwendeten Sprache enorm ist: Nicht nur, was die mündliche Sprache und die CMC betrifft – wie vielleicht von vornherein erwartet werden könnte –, sondern auch in Bezug auf die schriftliche Sprache – was überraschender ist. Wir werden auch etwas anderes erfahren: Nämlich, dass sich die italienische geschriebene und gesprochene Sprache heutzutage näher stehen als eigentlich gedacht. Was die Unterschiede zwischen Schriftlichem und Mündlichem betrifft, argumentieren unsere normativen Grammatiken immer noch, als ob wir im 18. Jahrhundert wären!

Implikationen/Anwendungsgebiete/Bezüge zu anderen Vorträgen innerhalb der RVL:

Analyse sprachlicher Strukturen und Gebrauchspräferenzen in verschiedenen Modalitäten und Medien (Lauer, Weder, Dankel)