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Workshop 4

(Dis)-agreement und (dis-)alignment: positioning practices in specialized discourse from a construction grammar perspective

Date 27.-28. September 2021
Workshop location Basel, Deutsches Seminar, Seminarraum 5 (Nadelberg 4, Erdgeschoss)
Description of workshop Die korpuslinguistische Wende hat sowohl die Fachsprachenforschung als auch die Genre-Analyse nachhaltig verändert. In der Genre-Analyse rückten korpuslinguistische Analysen vorwiegend lexikalische und morpho-syntaktische Rekurrenzen (vgl. etwa Biber / Conrad 2009) sowie in der Folge von John Sinclairs Idiom Principle Mehrworteinheiten unterschiedlicher idiomatischer Ausprägung als genrekonstitutive Einheiten in den Fokus (vgl. etwa Simpson-Vlach/Ellis 2010). Die Zusammenhänge zwischen Genre und Mehrworteinheiten werden einerseits über Auftretenshäufigkeiten, aber zunehmend auch über deren diskursiven Funktionen gesehen, dazu gehören auch Markierungen von Sprachhandlungen, Positionierung, Stance, Modalität, Evidenzialität, Emotionen u.v.a.m. In der Fachsprachenforschung hingegen hat die korpuslinguistische Wende nicht nur deren empirische Basis verfestigt (Bowker /Pearson 2002; Altmanova / Centrella / Russo 2018), sondern auch traditionell bemühte Beschreibungskategorien wie Termini, Fachphraseme oder Phraseotermini hinterfragt und relativiert (erste Ansätze schon bei Gréciano 1995). Die mehr oder weniger parallele Entwicklung holistischer kognitiv-basierter Grammatikmodelle, deren Hauptgemeinsamkeit in der Anerkennung eines Lexikon-Grammatik-Kontinuums liegt (Dobrovol’skij 2011), trug auch zur Erneuerung der Fachsprachenforschung in Richtung Rekurrenz, Stabilität und Musterhaftigkeit bei (Bubenhofer 2009; Gledhill / Kübler 2016). Dass sich damit neue, für die Genre- Analyse im Allgemeinen und die Untersuchung von Fachdiskursen im Speziellen besonders relevante Berührungspunkte zwischen Terminologie, Phraseologie und Konstruktionsgrammatik ergeben, kann als logische Fortführung vorangegangener Arbeiten zur ständigen Erweiterung des KxG-Geltungsbereiches (Interaktionen, Texte, Kontexte, Konventionen in Ziem / Lasch 2015) betrachtet werden. Postuliert werden kann nebst dem Grammatik-Lexikon-Kontinuum die Existenz eines anderen Kontinuums, diesmal von allgemeinsprachlichen zu fachsprachlichen bzw. genre-spezifischen Konstruktionen (im Sinne von Goldberg 1995), wobei letztere beide vor dem Hintergrund der spezifischen kognitiven Strukturen des betroffenen Faches, des kommunikativen Kontexts sowie der Diskursfunktionen zu analysieren sind ( Östmann 2005).
Link to other (dis)agree workshops Workshop 1: Multimedia: SMS (Social practices of (dis)agreement and (dis)alignment in computer-mediated interaction)
Organizers and corresponding organizer Mirjam Weder, Basel & Laurent Gautier, Bourgogne
Invited Experts Marlene Rummel, Universität Dresden
Dr. Sören Stumpf, Universität Trier
Lucas Stutz, Universität Zürich
Alexander Willich, Universität Düsseldorf
Prof. Dr. Alexander Ziem, Universität Düsseldorf
Workshop program Im Workshop soll die Diskussion von Daten, Hypothesen, und Methodologien im Vordergrund stehen. Dazu sollten die Teilnehmenden nach einem kürzeren Input zu einem Projekt, das durchaus noch work-in-progress sein darf, Daten, Methoden, Analyseprobleme etc. zur Diskussion stellen. Folgende Fragestellungen aus dem oben skizzierten Themenbereich könnten etwa aufgegriffen werden:
 
Gibt es ein fachsprachliches bzw. genre-spezifisches Konstruktikon und welche Probleme
entstehen bei der Erhebung?

Wie interagieren Genre/Texttyp/Fachdiskurs mit grammatischem Wissen?

In welchem Verhälltnis stehen allgemeinsprachliche zu fachsprachlichen bzw. genre-spezifischenKonstruktionen?

Wie kann der Zusammenhang zwischen pragmatisch-diskursiven Funktionen und Konstruktionen modelliert und erforscht werden?

Welchen Grad an Stabilität weisen Fachkonstruktionen und genre-typische Konstruktionen auf, v.a. hinsichtlich der semantischen und lexikalischen Spezifizierung der Slots im Zusammenhang mit kognitiven Strukturen des Fachs bzw. des kommunikativen Kontexts?

Welche genre-spezifischen, diskursspezifischen Restriktionen von Konstruktionen gibt es und wie lassen sich diese in eine konstruktionsgrammatische Analyse einbinden?

Wie funktioniert die Herausbildung und der Wandel fachsprachlicher bzw. genre-spezifischer Konstruktionen bzw. eines fachsprachlichen bzw. genre-spezifischen Konstruktions?

Das Programm können Sie unter: Workshop_Disagree_2021_Weder_Gautier_Programm_Abstracts downloaden.